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	<title>Still-Lexikon</title>
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	<description>Infoportal rund ums Stillen</description>
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	<title>Still-Lexikon</title>
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		<title>Hoffnung für die Stillförderung in Deutschland: Das BBF-Projekt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Still-Lexikon]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Sep 2019 08:34:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neues aus der Stillwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf die Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wurde in den letzten Jahren das Forschungsvorhaben, „Becoming Breastfeeding Friendly“ (BBF) realisiert, um Handlungsfelder der Stillförderung in Deutschland systematisch zu evaluieren und Optimierungsmaßnahmen für die Zukunft zu entwickeln. Das Projekt wurde vom Netzwerk gesund ins Leben und der Nationalen Stillkommission in Zusammenarbeit mit der Universität Yale [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf die Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wurde in den letzten Jahren das Forschungsvorhaben, „<strong>Becoming Breastfeeding Friendly“ (BBF)</strong> realisiert, um Handlungsfelder der Stillförderung in Deutschland systematisch zu evaluieren und Optimierungsmaßnahmen für die Zukunft zu entwickeln. Das Projekt wurde vom <a title="" href="https://www.gesund-ins-leben.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Netzwerk gesund ins Leben</a> und der <a title="" href="https://www.mri.bund.de/de/themen/nationale-stillkommission/nationale-stillkommission/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Nationalen Stillkommission</a> in Zusammenarbeit mit der <a title="" href="https://publichealth.yale.edu/bfci/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Universität Yale</a> durchgeführt. Die Ergebnisse wurden Anfang Juni 2019 auf einer <a title="" href="https://www.gesund-ins-leben.de/inhalt/wie-stillfreundlich-ist-deutschland-31316.html" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Fachkonferenz</a> in Berlin präsentiert.</p>
<p>Ähnlich wie das von ehrenamtlichen Akteuren durchgeführte Projekt <a href="http://nt4.still-lexikon.de/stillfoerderung-in-deutschland-noch-verbesserungswuerdig/">„World Breastfeeding Trends initiative“ (WBTi)</a> hat auch das BBF-Projekt in vielen Bereichen der Stillförderung Optimierungsbedarf identifiziert. Spannend sind die geplanten Maßnahmen. Diese könnten die Rahmenbedingungen für das Stillen in Deutschland spürbar verbessern. Die geplanten Maßnahmen umfassen unter anderem:</p>
<ul>
<li>Entwicklung einer <strong>nationalen Strategie zur Stillförderung</strong></li>
<li>Einrichtung einer <strong>zentralen Koordinierungsstelle</strong>, welche die weitere Ausarbeitung und Umsetzung der Maßnahmen strukturiert und moderiert</li>
<li><strong>Neuorientierung der Nationalen Stillkommission</strong> inklusive verbesserter Ausstattung mit Ressourcen</li>
<li>Verbesserte <strong>Aus- und Fortbildung von Ärztinnen / Ärzten, Hebammen und weiteren Gesundheitsfachberufen</strong> im Bereich von stillrelevanten Themen</li>
<li>Verankerung von wissenschaftlich basierter Stillförderung und Stillberatung in <strong>medizinischen Leitlinien und Richtlinien</strong>; Kontrolle von deren Umsetzung in den Einrichtungen</li>
<li>Schaffung von adäquaten <strong>Ressourcen für die Stillberatung</strong></li>
<li>Groß angelegte <strong>öffentliche Medienkampagne</strong> für das Stillen</li>
<li>Bündelung und Veröffentlichung von Verstößen gegen die <strong>Regelungen zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten</strong></li>
<li>Systematisches <strong>Stillmonitoring</strong></li>
</ul>
<p>Die Planung ist beeindruckend und im Vergleich zum aktuellen Stand der staatlichen Stillförderung ehrgeizig. Die Konkretisierung der Planung soll bis 2021 abgeschlossen werden, für die Umsetzung der Maßnahmen sind 5 bis 10 Jahre vorgesehen. Es besteht Hoffnung, dass (werdende) Mütter mithilfe der neuen Maßnahmen in der nahen Zukunft auf allen Ebenen stillfreundliche Bedingungen vorfinden werden.</p>
<p>Eine zentral koordinierte staatliche Stillförderung stellt eine komplett neue Ausgestaltung der deutschen Stillförderlandschaft dar. Neben vieler engagierter Hebammen, der <a title="" href="http://nt4.still-lexikon.de/who-unicef-initiative-babyfreundlich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO/UNICEF-Initiative Babyfreundlich</a> und rudimentären staatlichen Strukturen fußte Stillförderung in Deutschland in den letzten Jahrzehnten zu einem erheblichen Anteil auf verschiedenen zivilgesellschaftlichen Initiativen: Die heute vorhandene Unterstützungsinfrastruktur und Expertise sind nicht zuletzt dem ehrenamtlichen Engagement der Stillorganisationen der <a href="http://nt4.still-lexikon.de/la-leche-liga-stellt-sich-vor/">La Leche Liga</a>, der <a href="http://nt4.still-lexikon.de/angebote-der-arbeitsgemeinschaft-freier-stillgruppen-afs/">Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen</a>, und u.a. dem neu entstandenen <a href="http://nt4.still-lexikon.de/was-machen-still-und-laktationsberaterinnen-ibclc/">Beruf der Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC</a>, ihren Berufsverbänden sowie Aus- und Fortbildungsinstituten zu verdanken.</p>
<p>Für die Gewährleitung guter Rahmenbedingungen für den Schutz und die Förderung des Stillens werden jedoch effektive staatliche Maßnahmen gebraucht. Nun scheint der Wunsch, dass der deutsche Staat und seine Organe Stillförderung auf ihre Fahnen schreiben, endlich in Erfüllung zu gehen. Es bleibt spannend, in welchem Umfang sich die geplanten Maßnahmen in den nächsten Jahren umsetzen lassen.</p>
<p><strong><em>Quellen und weiterführende Literatur:</em></strong></p>
<ul>
<li><em><a href="http://www.gesund-ins-leben.de/inhalt/wie-stillfreundlich-ist-deutschland-31316.html">gesund-ins-leben.de/inhalt/wie-stillfreundlich-ist-deutschland-31316.html</a></em></li>
<li><a title="" href="https://www.gesund-ins-leben.de/_data/files/bbf_faktenblatt_ergebnisse.pdf" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer"><em>So wird Deutschland stillfreundlich! Ergebnisse und Empfehlungen aus dem internationalen Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly</em></a></li>
<li><a title="" href="https://www.gesund-ins-leben.de/_data/files/bbf_empfehlungen.pdf" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer"><em>Empfehlungen zur Stillförderung in Deutschland. Handlungsansätze des Forschungsvorhabens Becoming Breastfeeding Friendly.</em></a></li>
</ul>
<p><strong>AUCH INTERESSANT:</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li><a href="http://nt4.still-lexikon.de/stillfoerderung-in-deutschland-noch-verbesserungswuerdig/">Stillförderung in Deutschland: noch verbesserungswürdig! Die WBTi-Ergebnisse</a></li>
<li><a title=" UNICEF fordert reiche Länder auf, das Stillen stärker zu fördern" href="http://nt4.still-lexikon.de/unicef-fordert-reiche-laender-auf-das-stillen-staerker-zu-foerdern/" rel="bookmark">UNICEF fordert reiche Länder auf, das Stillen stärker zu fördern </a></li>
<li><a href="http://nt4.still-lexikon.de/warum-das-stillen-haeufig-nicht-klappt/">Warum das Stillen häufig nicht klappt</a></li>
<li id="post-4620"><a title=" Beispielloses globales Wachstum der Säuglingsnahrungsindustrie" href="http://nt4.still-lexikon.de/beispielloses-globales-wachstum-der-saeuglingsnahrungsindustrie/" rel="bookmark">Beispielloses globales Wachstum der Säuglingsnahrungsindustrie </a></li>
<li><a title=" Erweiterte Anleitung zum WHO-Kodex erschienen" href="http://nt4.still-lexikon.de/erweiterte-anleitung-zum-who-kodex-erschienen/" rel="bookmark">Erweiterte Anleitung zum WHO-Kodex erschienen</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Sechs Monate lang ausschließlich gestillte Kinder haben eine verbesserte körperliche Fitness</title>
		<link>http://nt4.still-lexikon.de/sechs-monate-lang-ausschliesslich-gestillte-kinder-haben-eine-verbesserte-koerperliche-fitness/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Still-Lexikon]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jun 2019 14:48:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hätten Sie es gewusst?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Vorteile des Stillens sind im Vergleich zur künstlichen Säuglingsernährung unzählig. Nun ist ein weiterer, erstaunlicher Vorteil deutlich geworden. Wie eine Studie in der Fachzeitschrift Breastfeeding Medicine aufzeigt, verbessert ausschließliches Stillen in den ersten 6 Lebensmonaten die spätere körperliche Fitness. In einer großen, repräsentativen Kohorte von 8- bis 9-jährigen griechischen Kindern war ausschließliches Stillen ≥ [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_9977" aria-describedby="caption-attachment-9977" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-9977 " src="http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2019/06/Sprinter-Kinder-30976656_s-e1561131067482.jpg" alt="Drei kinder hocken in der Startposition zum Sprinten" width="300" height="224" srcset="http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2019/06/Sprinter-Kinder-30976656_s-e1561131067482.jpg 614w, http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2019/06/Sprinter-Kinder-30976656_s-e1561131067482-600x449.jpg 600w, http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2019/06/Sprinter-Kinder-30976656_s-e1561131067482-150x112.jpg 150w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-9977" class="wp-caption-text">Ehemals sechs Monate ausschließlich gestillte Grundschulkinder erbringen signifikant bessere körperliche Leistungen. (© Sergey Novikov)</figcaption></figure>
<p>Die Vorteile des Stillens sind im Vergleich zur künstlichen Säuglingsernährung unzählig. Nun ist ein weiterer, erstaunlicher Vorteil deutlich geworden. Wie eine Studie in der Fachzeitschrift Breastfeeding Medicine aufzeigt, verbessert ausschließliches Stillen in den ersten 6 Lebensmonaten die spätere körperliche Fitness.<br />
In einer großen, repräsentativen Kohorte von 8- bis 9-jährigen griechischen Kindern war ausschließliches Stillen ≥ 6 Monate mit einer verbesserten körperlichen Leistungsfähigkeit assoziiert. Um die Oberkörperkraft, die Unterkörperkraft, die Schnelligkeit und die kardiorespiratorische Leistungsfähigkeit zu beurteilen, wurden vertikaler Sprung, Standweitsprung, Ballwerfen, 30-Meter-Sprint und 20-Meter-Pendellauf getestet. Alle Assoziationen blieben auch nach Adjustierung einer Reihe von möglichen Störfaktoren (Gestationsalter, künstliche Befruchtung, Schwangerschafts-BMI, Gewichtszunahme während der Schwangerschaft, Anzahl früherer Geburten, Bildungsstand) signifikant. Mit der einzigen Ausnahme von der Geschwindigkeit bei Mädchen hatten Kinder, die mindestens 6 Monate lang ausschließlich gestillt wurden, um 10–40% erhöhte Chancen für durchschnittliche / hohe Leistungsfähigkeit in Fitness-Tests im Vergleich zu Kindern, die weniger als 1 Monat gestillt wurden. Dabei stieg die Leistungsfähigkeit in allen Disziplinen mit zunehmender Dauer des ausschließlichen Stillens.<br />
Auch frühere Studien haben bereits gezeigt, dass die kardiorespiratorische Leistungsfähigkeit von Kindern mit zunehmender Dauer des ausschließlichen Stillens ansteigt. Die Muskelkraft scheint mit steigender Dauer des ausschließlichen Stillens ebenfalls zuzunehmen. Auch frühere Studien haben bereits gezeigt, dass längeres Stillen mit einer erhöhten Kraft bei Jugendlichen einhergeht.</p>
<p><strong>Quelle:</strong></p>
<ul>
<li><em> Tambalis KD, Mourtakos S, Panagiotakos DB, Sidossis LS: Exclusive Breastfeeding Is Favorably Associated with Physical Fitness in Children. 2019. DOI: 10.1089/bfm.2019.0043</em></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Stillförderung in Deutschland: noch verbesserungswürdig! Die WBTi-Ergebnisse</title>
		<link>http://nt4.still-lexikon.de/stillfoerderung-in-deutschland-noch-verbesserungswuerdig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Still-Lexikon]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2019 09:12:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neues aus der Stillwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob eine Mutter ihr Kind stillt und wie lange sie es tut, ist nicht nur ihre persönliche Entscheidung, sondern hängt maßgeblich von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Stillförderung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, wobei der Staat und weitere zentrale Akteure wie Krankenhäuser, Krankenkassen, Arbeitgeber, Berufsverbände usw. in der Verantwortung stehen, die nötigen strukturellen Rahmenbedingungen zu schaffen. In [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://nt4.still-lexikon.de/stillfoerderung-in-deutschland-noch-verbesserungswuerdig/">Stillförderung in Deutschland: noch verbesserungswürdig! Die WBTi-Ergebnisse</a> erschien zuerst auf <a href="http://nt4.still-lexikon.de">Still-Lexikon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ob eine Mutter ihr Kind stillt und wie lange sie es tut, ist nicht nur ihre persönliche Entscheidung, sondern hängt maßgeblich von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Stillförderung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, wobei der Staat und weitere zentrale Akteure wie Krankenhäuser, Krankenkassen, Arbeitgeber, Berufsverbände usw. in der Verantwortung stehen, die nötigen strukturellen Rahmenbedingungen zu schaffen<em>.</em></strong></p>
<p>In den letzten Jahren sind mehrere Projekte initiiert worden, welche den Stand der Stillförderung in Deutschland evaluieren, und die als Grundlage für politische Aktionen auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene dienen sollen. Eines dieser Projekte ist die „World Breastfeeding Trends Initiative“, abgekürzt WBT<em>i</em>, welche bereits in 97 Ländern der Welt einschließlich 18 europäischer Länder durchgeführt worden ist. Wie das WBT<em>i</em>-Projekt aufzeigt, rangiert Deutschland in Bezug auf die Stillförderung in Europa auf dem vorletzten Platz vor Österreich und weltweit auf Rang 94 von insgesamt 97 Ländern. Ein Großteil der Arbeit für den Schutz, die Förderung und Unterstützung des Stillens wird in Deutschland als ehrenamtliche und unbezahlte Arbeit geleistet, ohne ausreichende politische Unterstützung und Finanzierung.</p>
<p><strong>Einige wichtige Ergebnisse von WBT<em>i</em> Deutschland:</strong></p>
<ul>
<li>Es fehlt bislang eine verbindliche und umfassende <strong>nationale Strategie</strong> zum Schutz und Förderung des Stillens.</li>
<li>Zwar gibt es seit 1994 eine <strong>Nationale Stillkommission</strong>, diese hat jedoch kaum Befugnisse und Ressourcen, dafür aber Interessenkonflikte: Es gibt in der Nationalen Stillkommission Mitglieder, die auch für die Säuglingsnahrungsindustrie tätig sind.</li>
<li><strong>Es ist in deutschem Gesundheitssystem Glückssache, ob man kompetente Stillunterstützung erhält.</strong> In der Aus- und Fortbildung von Ärzten und Pflegenden kommen relevante und komplexe Stillthemen kaum vor; in der Ausbildung von Hebammen wird Stillen zwar behandelt, aber in unzureichendem Umfang. Eine regelmäßige Fortbildung von Hebammen im Bereich Stillen ist nicht gesichert. <strong>Die Versorgung mit Hebammen und Stillberaterinnen ist lückenhaft.</strong></li>
<li>In der großen Mehrheit der Entbindungs- und Kinderkliniken ist die Stillförderung lückenhaft – lediglich 14,5% der Häuser sind nach den Kriterien der <a href="http://nt4.still-lexikon.de/who-unicef-initiative-babyfreundlich/"><strong>WHO/UNICEF-Initiative Babyfreundlich </strong></a>zertifiziert<strong>.</strong></li>
<li>Der Gesetzgeber lässt wesentliche Elemente des <strong>WHO-Kodex</strong> <strong>zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten</strong> unberücksichtigt. Werbung für Säuglingsnahrung ist sowohl vor Ort als auch im Internet ubiquitär. Im Gesundheitssystem sind Interessenkonflikte durch eine enge Zusammenarbeit mit der Säuglingsnahrungsindustrie auf mehreren Ebenen weit verbreitet.</li>
<li>In Punkto <a href="http://nt4.still-lexikon.de/mutterschutzgesetz/"><strong>Mutterschutz</strong></a> gehört Deutschland zu den Vorreitern, dennoch gibt es auch hier noch Optimierungsbedarf, wie eine bessere Unterstützung des Stillens am Arbeitsplatz und in Kindertagesstätten. So sind Kitas und Erzieherinnen auf die Betreuung gestillter Kinder und das Füttern von Muttermilch in aller Regel nicht eingerichtet und sind in dem Bereich nicht geschult. Die gesetzlich vorgesehenen Stillzeiten werden nur auf Verlangen gewährt, nicht automatisch. Einige Mütter trauen sich nicht, diese in Anspruch zu nehmen, aus Sorge vor negativen Konsequenzen.</li>
<li>Viele Informationen und Materialien, die im Gesundheitswesen zum Thema Stillen und Säuglingsernährung verwendet werden, werden von der <strong>Säuglingsnahrungsindustrie</strong> herausgegeben oder beeinflusst, Fortbildungen für medizinisches Personal werden vielfach von der Säuglingsnahrungsindustrie gesponsert oder sogar durchgeführt.</li>
<li>Es besteht eine Diskrepanz zwischen den <strong>offiziellen Stillempfehlungen</strong> in Deutschland (4 bis 6 Monate ausschließliches Stillen, keine Angaben zur Bedeutung des weiteren Stillens) sowie den <a href="http://nt4.still-lexikon.de/empfehlungen-der-who-fuer-die-ernaehrung-gestillter-kinder/">WHO-Empfehlungen</a> (6 Monate ausschließliches Stillen und Weiterstillen bis das Kind zwei Jahre alt ist oder darüber hinaus).</li>
</ul>
<p>Aus den festgestellten Versorgungslücken wurden im WBT<em>i</em>-Bericht Empfehlungen für politische Aktionen abgeleitet. Ein Follow-up findet anschließend regelmäßig, alle 3 bis 5 Jahre statt.</p>
<p><strong>Am WBTi-Projekt mitgearbeitet haben:</strong></p>
<ul>
<li><a title="" href="http://www.stillberatung-rosin.de" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Dr. Stefanie Rosin</a> (Landes-Projektkoordinatorin für WBTi Deutschland), <a title="" href="http://www.reich-schottky.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Utta Reich-Schottky</a> (<a title="" href="https://www.ausbildung-stillbegleitung.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">DAIS</a>), Vera Hesels (<a title="" href="https://www.babyfreundlich.org/eltern.html" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">BFHI Deutschland</a>), Elien Rouw (Nationale Stillkommission, Board of Directors, Academy of Breastfeeding Medicine), Dr. Elena von der Lippe (Robert-Koch-Institut, <a title="" href="https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Kiggs/kiggs_node.html" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">KiGGS</a>), Magdalena Stosik und Uta Tanzer (<a title="" href="https://www.afs-stillen.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen</a>), Charlotte Scherzinger (Gynäkologin am Klinikum Nürnberg), Harald Manninga (<a title="" href="http://www.babynahrung.org" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Aktionsgruppe Babynahrung</a>), Dr. Tharane Probst (Gynäkologin), Erika Nehlsen (<a title="" href="http://www.stillen.de" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Ausbildungszentrum Laktation und Stillen</a>).</li>
</ul>
<p><strong>AUCH INTERESSANT:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://nt4.still-lexikon.de/hoffnung-fuer-die-stillfoerderung-in-deutschland/">Hoffnung für die Stillförderung in Deutschland: Das BBF-Projekt</a></li>
<li><a title=" UNICEF fordert reiche Länder auf, das Stillen stärker zu fördern" href="http://nt4.still-lexikon.de/unicef-fordert-reiche-laender-auf-das-stillen-staerker-zu-foerdern/" rel="bookmark">UNICEF fordert reiche Länder auf, das Stillen stärker zu fördern </a></li>
<li><a href="http://nt4.still-lexikon.de/warum-das-stillen-haeufig-nicht-klappt/">Warum das Stillen häufig nicht klappt</a></li>
<li id="post-4620"><a title=" Beispielloses globales Wachstum der Säuglingsnahrungsindustrie" href="http://nt4.still-lexikon.de/beispielloses-globales-wachstum-der-saeuglingsnahrungsindustrie/" rel="bookmark">Beispielloses globales Wachstum der Säuglingsnahrungsindustrie </a></li>
<li><a title=" Erweiterte Anleitung zum WHO-Kodex erschienen" href="http://nt4.still-lexikon.de/erweiterte-anleitung-zum-who-kodex-erschienen/" rel="bookmark">Erweiterte Anleitung zum WHO-Kodex erschienen </a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="http://nt4.still-lexikon.de/stillfoerderung-in-deutschland-noch-verbesserungswuerdig/">Stillförderung in Deutschland: noch verbesserungswürdig! Die WBTi-Ergebnisse</a> erschien zuerst auf <a href="http://nt4.still-lexikon.de">Still-Lexikon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der protektive Effekt des Stillens vor Bluthochdruck ist über Jahrzehnte nachweisbar</title>
		<link>http://nt4.still-lexikon.de/der-protektive-effekt-des-stillens-vor-bluthochdruck-ist-ueber-jahrzehnte-nachweisbar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Still-Lexikon]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Oct 2018 19:27:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neues aus der Stillwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gab schon seit Längerem Hinweise darauf, dass Stillen die Mutter vor Bluthochdruck schützen kann. Eine neue systematische Übersichtsarbeit fasst nun die Ergebnisse aller weltweit durchgeführten Studien zum Zusammenhang zwischen Stillen und Bluthochdruck zusammen. Insgesamt konnten 19 Studien zum Thema identifiziert und in die Analyse eingeschlossen werden. Studien, die lediglich kurze Stillintervalle (bis 14 Tage) [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_9085" aria-describedby="caption-attachment-9085" style="width: 309px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="size-full wp-image-9085" src="http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2018/10/Blutdruck-messen-41664023_s-309x221.jpg" alt="Arzt misst Blutdruck bei einer Frau" width="309" height="221" srcset="http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2018/10/Blutdruck-messen-41664023_s-309x221.jpg 309w, http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2018/10/Blutdruck-messen-41664023_s-309x221-150x107.jpg 150w" sizes="(max-width: 309px) 100vw, 309px" /><figcaption id="caption-attachment-9085" class="wp-caption-text">Stillen kann das Bluthochdruckrisiko der Mutter für Jahrzehnte senken. (© Levente Györi)</figcaption></figure>
<p>Es gab schon seit Längerem Hinweise darauf, dass Stillen die Mutter vor Bluthochdruck schützen kann. Eine neue systematische Übersichtsarbeit fasst nun die Ergebnisse aller weltweit durchgeführten Studien zum Zusammenhang zwischen Stillen und Bluthochdruck zusammen. Insgesamt konnten 19 Studien zum Thema identifiziert und in die Analyse eingeschlossen werden. Studien, die lediglich kurze Stillintervalle (bis 14 Tage) untersuchten, konnten keinen protektiven Zusammenhang feststellen. Die Studien, welche längere Stillintervalle untersuchten, zeigten jedoch einen klaren protektiven Effekt. Die kürzeste Stilldauer, die mit einem protektiven Effekt einherging, betrug einen Monat. Dies zeigt, dass die physiologischen Mechanismen, welche das mütterliche Bluthochdruckrisiko beeinflussen, sich nicht sofort nach der Geburt, aber in kurzer Zeit entwickeln. Die Schutzwirkung des Stillens konnte in der systematischen Analyse über zwei bis drei Jahrzehnte nachgewiesen werden und hält wahrscheinlich ein Leben lang an.</p>
<p>Die Laktation (Milchbildung) scheint den mütterlichen Stoffwechsel  auf vielfältige Weise und möglicherweise für immer günstig zu beeinflussen, wobei der genaue Mechanismus noch nicht verstanden ist. Die Schutzwirkung vor verschiedenen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt und Diabetes beruht wahrscheinlich auf einem gemeinsamen Mechanismus.</p>
<p><em><strong>Quelle: </strong></em></p>
<ul>
<li><em>Bonifacino E, Schwartz EB, Jun H, Wessel CB, Corbelli JA: Effect of Lactation on Maternal Hypertension: A Systematic Review. Breastfeeding Medicine, Okt. 2018 <a title="" href="https://doi.org/10.1089/bfm.2018.0108" target="_blank" rel="nofollow noopener">https://doi.org/10.1089/bfm.2018.0108</a></em></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="http://nt4.still-lexikon.de/der-protektive-effekt-des-stillens-vor-bluthochdruck-ist-ueber-jahrzehnte-nachweisbar/">Der protektive Effekt des Stillens vor Bluthochdruck ist über Jahrzehnte nachweisbar</a> erschien zuerst auf <a href="http://nt4.still-lexikon.de">Still-Lexikon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Plazenta-Präparate können die Milchbildung hemmen</title>
		<link>http://nt4.still-lexikon.de/plazenta-praeparate-koennen-die-milchbildung-hemmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Still-Lexikon]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jul 2018 13:42:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hätten Sie es gewusst?]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://nt4.still-lexikon.de/?p=8753</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Verzehr konservierter Plazenta-Produkte (Plazenta-Pulver, Plazenta-Kapseln usw.) ist in letzter Zeit in Mode gekommen. Dem Mutterkuchen werden erstaunliche Heilwirkungen zugeschrieben. Er soll den Wöchnerinnen Energie und Kraft geben, die Rückbildung beschleunigen und die Stimmung aufhellen: So soll die Einnahme von Plazenta-Präparaten sogar vorbeugend und heilend bei Wochenbettdepression wirken. Darüber hinaus soll der Mutterkuchen aber auch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_8755" aria-describedby="caption-attachment-8755" style="width: 276px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-8755" src="http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2018/07/Plazenta-86215939_s-cut.jpg" alt="Plazenta" width="276" height="241" /><figcaption id="caption-attachment-8755" class="wp-caption-text">Plazenta-Präparate in der ersten Zeit nach der Geburt können die Milchbildung hemmen. (©Eraxion)</figcaption></figure>
<p>Der Verzehr konservierter Plazenta-Produkte (Plazenta-Pulver, Plazenta-Kapseln usw.) ist in letzter Zeit in Mode gekommen. Dem Mutterkuchen werden erstaunliche Heilwirkungen zugeschrieben. Er soll den Wöchnerinnen Energie und Kraft geben, die Rückbildung beschleunigen und die Stimmung aufhellen: So soll die Einnahme von Plazenta-Präparaten sogar vorbeugend und heilend bei Wochenbettdepression wirken. Darüber hinaus soll der Mutterkuchen aber auch den Milcheinschuss fördern und die Milchbildung anregen.</p>
<p>Für all diese Behauptungen gibt es jedoch keinerlei wissenschaftliche Belege. Der Verzehr von Plazenta-Präparaten kann die Milchbildung sogar hemmen. Denn Plazenta bildet wie die Eierstöcke Progesteron. Dieses Hormon hilft nicht nur, den Menstruationszyklus und anschließend die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten, sondern es sorgt auch dafür, dass während der Schwangerschaft das Kolostrum produziert und die Bildung reifer Muttermilch (Laktogenese II) unterdrückt wird. Nach der Geburt des Babys und der Plazenta sinkt der Progesteron-Spiegel dramatisch ab. Das ist das Startsignal für die Bildung reifer Muttermilch. Deshalb ist es auch so wichtig, dass nach der Geburt auch die Plazenta restlos aus dem Körper der Mutter ausgeschieden wird. Verbleiben Reste der Plazenta im Körper der Mutter (sog. Plazenta-Retention), dann kann die Bildung reifer Muttermilch nicht in Gang kommen. Den gleichen Effekt können Plazenta-Präparate haben, wenn sie in konzentrierter Form in der ersten Zeit nach der Geburt eingenommen werden: Sie hemmen und verzögern die Bildung reifer Muttermilch.</p>
<p>Ist die Milchbildung bereits gut aufgebaut und wird sie durch die regelmäßige Brustentleerung reguliert (Laktogenese III), dann sollen Progesteron-Präparate wie die Mini-Pille laut Studien keine hemmende Wirkung mehr auf die Milchbildung haben. Daher dürfen reine Progesteron-Präparate ab 6 Wochen nach der Geburt zur Verhütung eingenommen werden. Möglicherweise haben Plazenta-Präparate nach dieser Zeit auch keine milchbildungshemmende Wirkung mehr.</p>
<p><em><strong>Quellen:</strong></em></p>
<ul>
<li><em>Berens P, Labbok M and The Academy of Breastfeeding Medicine: ABM Clinical Protocol #13. Contraception During Breastfeeding, Revised 2015. Breastfeeding Medicine 2015;10(1):1-10, S. 311. S. 9</em></li>
<li><em>Brodribb W and The Academy of Breastfeeding Medicine: ABM Clinical Protocol #9: Use of Galactogogues in Initiating or Augmenting Maternal Milk Production, Second Revision 2018. Breastfeeding Medicine 2018;13(5):307-314, S. 311.</em></li>
<li><em>Lauwers J, Swisher A: Counseling the nursing mother. John &amp; Bartlett Learning, 2016, 6. Aufl. S. 146</em></li>
<li><em>http://www.hebammenwissen.info/plazenta/ (Zugang: 5.7.2018: Hier werden angebliche Heilwirkungen der Plazenta vorgestellt)</em></li>
</ul>
<hr />
<p>© Dr. Z. Bauer – Publikationen in der Stillförderung. Text, Bilder und Videos urheberrechtlich geschützt.</p>
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		<title>UNICEF fordert reiche Länder auf, das Stillen stärker zu fördern</title>
		<link>http://nt4.still-lexikon.de/unicef-fordert-reiche-laender-auf-das-stillen-staerker-zu-foerdern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Still-Lexikon]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Jun 2018 10:23:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neues aus der Stillwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In reichen Ländern werden fünfmal so viele Babys nicht gestillt wie in unterentwickelten Ländern, berichtet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in einer aktuellen Stellungnahme. Weltweit werden 7,6 Millionen Babys pro Jahr nie gestillt. In reichen Ländern erhalten 21% der Babys niemals Muttermilch, während in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen nur 4% der Babys niemals [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_8677" aria-describedby="caption-attachment-8677" style="width: 151px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-8677" src="http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2018/06/UNICEF-Logo.png" alt="UNICEF-Logo" width="151" height="151" srcset="http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2018/06/UNICEF-Logo.png 151w, http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2018/06/UNICEF-Logo-100x100.png 100w, http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2018/06/UNICEF-Logo-150x150.png 150w, http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2018/06/UNICEF-Logo-85x85.png 85w, http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2018/06/UNICEF-Logo-50x50.png 50w" sizes="auto, (max-width: 151px) 100vw, 151px" /><figcaption id="caption-attachment-8677" class="wp-caption-text">© UNICEF</figcaption></figure>
<p>In reichen Ländern werden fünfmal so viele Babys nicht gestillt wie in unterentwickelten Ländern, berichtet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in einer aktuellen Stellungnahme. Weltweit werden 7,6 Millionen Babys pro Jahr nie gestillt. In reichen Ländern erhalten 21% der Babys niemals Muttermilch, während in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen nur 4% der Babys niemals gestillt werden.</p>
<p>Einer Erhebung von UNICEF zufolge erhalten in den armen Ländern Bhutan, Madagaskar und Peru 99% der Babys Muttermilch, während in Irland lediglich 55%, in den USA 74%, in Spanien 77% und in Deutschland 82% jemals gestillt werden. Dabei spielen kulturelle und soziale Normen eine entscheidende Rolle sowie die fehlende Unterstützung der Mütter im Gesundheitswesen, durch die Väter, die Familien, Arbeitgeber und die Gesellschaft.</p>
<p>Stillen schützt auch in reichen Ländern die Gesundheit von Kind um Mutter. Darüber hinaus steigert Stillen die Gehirnentwicklung und die Bildungschancen von Kindern.</p>
<p>UNICEF fordert daher die Regierungen, die Privatwirtschaft und die Zivilgesellschaft auf, das Bewusstsein für die Bedeutung des Stillens zu stärken und die finanzielle Unterstützung zu erhöhen, um die Stillraten von der Geburt bis zum Alter von zwei Jahren und darüber hinaus zu steigern. Als Maßnahmen zur Steigerung der Stillraten werden der Ausbau der <a href="http://nt4.still-lexikon.de/who-unicef-initiative-babyfreundlich/">babyfreundlichen Geburtshilfe</a>, bezahlter Mutterschaftsurlaub, bezahlte Stillpausen am Arbeitsplatz und eine effektive Regulierung der Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten entsprechend dem WHO-Kodex genannt.</p>
<p><strong>Quelle: </strong></p>
<p>UN News: UNICEF urges wealthy countries to encourage more breastfeeding. 10. Mai 2018; <a title="" href="https://news.un.org/en/story/2018/05/1009322" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">https://news.un.org/en/story/2018/05/1009322</a></p>
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		<item>
		<title>Stillen als möglicher Schutzfaktor vor Autismus-Spektrum-Störungen</title>
		<link>http://nt4.still-lexikon.de/stillen-als-moeglicher-schutzfaktor-vor-autismus-spektrum-stoerungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Still-Lexikon]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Feb 2018 12:05:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hätten Sie es gewusst?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schätzungsweise 20 bis 116 von 10.000 Personen haben eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Betroffene Menschen haben Schwierigkeiten  in der Kommunikation und der sozialen Interaktion und können wiederholende sowie eingeschränkte Verhaltensmuster aufweisen. Als Ursache dieses Störungskreises wird eine Reihe verschiedener Faktoren diskutiert. Neben einer genetischen Veranlagung stehen bestimmte Umweltfaktoren während der Schwangerschaft unter Verdacht, zur Entwicklung von ASS [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_7980" aria-describedby="caption-attachment-7980" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7980 size-full" src="http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2018/02/Junge-mit-Autismus-93798263_s-unscharf-2-e1517917820550.jpg" alt="" width="300" height="200" /><figcaption id="caption-attachment-7980" class="wp-caption-text">Möglicherweise hat Stillen eine gewisse schützende Wirkung vor der Entwicklung von Autismus-Spektrum-Störungen. (© Bialasiewicz)</figcaption></figure>
<p>Schätzungsweise 20 bis 116 von 10.000 Personen haben eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Betroffene Menschen haben Schwierigkeiten  in der Kommunikation und der sozialen Interaktion und können wiederholende sowie eingeschränkte Verhaltensmuster aufweisen.</p>
<p>Als Ursache dieses Störungskreises wird eine Reihe verschiedener Faktoren diskutiert. Neben einer genetischen Veranlagung stehen bestimmte Umweltfaktoren während der Schwangerschaft unter Verdacht, zur Entwicklung von ASS beizutragen. Dazu zählen u.a. das metabolische Syndrom, virale oder bakterielle Infektionen (z.B. mit Zytomegalovirus oder Röteln), Mangelernährung oder bestimmte Medikamente, wie manche Antikonvulsiva. Bislang sind nur wenige Schutzfaktoren bekannt, die das Risiko von ASS vermindern. Dazu zählen ein junges mütterliches Alter bei der Geburt und die adäquate Versorgung mit Folsäure am Anfang der Schwangerschaft. In jüngster Zeit ist Stillen als ein möglicher Schutzfaktor in Diskussion geraten. In einer aktuellen Metaanalyse wurden sämtliche bislang erschienene Studien zum Zusammenhang zwischen Stillen und Autismus-Spektrum-Störungen  einbezogen (Tseng et al., 2017). Die gepoolten Studienergebnisse in der Metaanalyse zeigen, dass Kinder mit ASS deutlich seltener jemals gestillt worden sind als Kinder ohne diese Diagnose.</p>
<p>Die Autoren der Metaanalyse diskutieren verschiedene mögliche Wirkmechanismen. So wirkt sich möglicherweise der erhöhte Oxytocin-Spiegel beim Stillen und direkten Haut-zu-Haut-Kontakt zwischen Mutter und Baby positiv auf die spätere soziale Interaktionsfähigkeit aus. Denn vor allem das direkte Stillen war mit einer selteneren ASS-Diagnose assoziiert und weniger die Muttermilchernährung mittels Saugflasche. Auch die im Kolostrum befindlichen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren könnten eine schützende Wirkung haben. Denn ein später Stillbeginn war wiederum mit einem erhöhten ASS-Risiko assoziiert. Auch die Immunfaktoren, die nur in der Muttermilch, nicht jedoch in der künstlichen Säuglingsmilch enthalten sind, werden als mögliche Erklärung diskutiert.</p>
<p>Schließlich ist es jedoch auch möglich, dass Babys, bei denen später ASS diagnostiziert wird, bereits als Neugeborene ein fehlgesteuertes Saugverhalten und eine gestörte Mutter-Kind-Interaktion haben und aus diesem Grund seltener gestillt werden als gesunde Neugeborene.</p>
<p><strong>Quelle: </strong></p>
<ul>
<li>Tseng P-T et al.: Maternal breastfeeding and autism spectrum disorder in children: A systematic review and meta-analysis. Nutritional Neuroscience 2017, Oct 18:1-9. doi: 10.1080/1028415X.2017.1388598.</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Erweiterte Anleitung zum WHO-Kodex erschienen</title>
		<link>http://nt4.still-lexikon.de/erweiterte-anleitung-zum-who-kodex-erschienen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Still-Lexikon]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Nov 2017 14:48:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neues aus der Stillwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist in einer neuen, erweiterten Anleitung zum  WHO-Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten darauf hin, dass auch Folgemilch und Kindermilch unter den Kodex fallen und nicht beworben werden dürfen. Zudem betont sie, dass Geschenke an Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Sponsoring von Fachgesellschaften, Vereinen und Veranstaltungen im Gesundheitswesen durch Hersteller von Baby- und Kleinkindnahrung [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_7447" aria-describedby="caption-attachment-7447" style="width: 250px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7447" src="http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2017/10/24903794_s-Pulvermilch-e1509115823550.jpg" alt="Eine Mutter stellt aus Milchpulver und Wasser Säuglingsmilch her." width="250" height="200" /><figcaption id="caption-attachment-7447" class="wp-caption-text">Werbung für Milchnahrungen für Kinder unter drei Jahren ist nicht erlaubt. (© Robert Hainer)</figcaption></figure>
<p><strong>Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist in einer neuen, erweiterten Anleitung zum  WHO-Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten darauf hin, dass auch Folgemilch und Kindermilch unter den Kodex fallen und nicht beworben werden dürfen. Zudem betont sie, dass Geschenke an Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Sponsoring von Fachgesellschaften, Vereinen und Veranstaltungen im Gesundheitswesen durch Hersteller von Baby- und Kleinkindnahrung ebenfalls nicht erlaubt sind. Durch die neue Anleitung soll der unangemessenen Vermarktung von Nahrung für Säuglinge und kleine Kinder Einhalt geboten werden.</strong></p>
<p>In einer vor Kurzem veröffentlichten Stellungnahme der Vereinten Nationen wird darauf hingewiesen, dass <strong>Stillen ein Menschenrecht</strong> ist und zwar sowohl für das Kind als auch für die Mutter. Die Mutter ist zwar nicht verpflichtet zu stillen, aber sie hat das Recht auf korrekte und unabhängige Informationen und ein Umfeld, das ihr das Stillen ermöglicht. Stillen reduziert die Kindersterblichkeit, steigert die Intelligenz der Kinder und verbessert die Gesundheit von Mutter und Kind. Experten der Vereinten Nationen fordern daher die Staaten auf, die irreführende, aggressive und unangemessene Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten zu stoppen.<span id="DeltaPlaceHolderMain"><span id="ctl00_PlaceHolderMain_DisplayNewsID_lblNewsFullText" class="lblnewsfulltext"></span></span></p>
<p>Die zunehmend aggressive Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten ist besorgniserregend. Weltweit <a href="http://nt4.still-lexikon.de/beispielloses-globales-wachstum-der-saeuglingsnahrungsindustrie/">wächst der Umsatz von Säuglingsnahrung</a> rapide an. Während der weltweite Umsatz im Jahr 2014 noch 44,8 Milliarden US$ betrug, wird dieser für das Jahr 2019 auf 70,6 Milliarden US$ prognostiziert. Dieses Marktwachstum erfolgt auf Kosten des Stillens. Die erweiterte Anleitung der WHO ist eine Reaktion auf die permanente Verletzung des WHO-Kodexes. Sie stellt Folgendes klar:</p>
<ol>
<li>Folgemilch und Kindermilch, welche für Kinder unter 3 Jahren (36 Monaten) vermarktet werden, fallen unter den WHO-Kodex und dürfen nicht beworben werden.</li>
<li>Botschaften über Beikost sollen immer darauf hinweisen, dass Beikost nicht vor dem 6. Lebensmonat eingeführt werden soll und dass Stillen neben Beikost mindestens bis zum Alter von zwei Jahren fortgesetzt werden soll.</li>
<li>Etiketten und Verpackungsdesign von Beikostprodukten soll sich von denen auf Muttermilchersatznahrung unterscheiden, um eine sog. „Cross Promotion“, d.h. die Übertragung des Werbeeffekts auf Milchnahrung zu vermeiden.</li>
<li>Firmen, die Muttermilchersatznahrung (Anfangs- und Folgenahrung oder Kindermilch) vermarkten, dürfen keinen direkten Kontakt zu Eltern oder anderen Bezugspersonen herstellen (also keine Elternberatung, „Babyclubs“, Facebook-Gruppen, Wettbewerbe usw.).</li>
<li>Jede Spende an das Gesundheitssystem von Firmen, welche Nahrung für Babys und kleine Kinder vermarkten, stellt einen Interessenkonflikt dar und sollte unterbleiben. Mitarbeiter im Gesundheitsbereich, medizinische und ernährungswissenschaftliche Fachgesellschaften, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen dürfen keine Spenden / Sponsoring von Firmen annehmen, die Muttermilchersatzprodukte vermarkten.</li>
<li>Konferenzen, Symposien und Kongresse von Fachleuten im Gesundheitswesen dürfen nicht durch Firmen gesponsert werden, welche Nahrung für Säuglinge und kleine Kinder vermarkten.</li>
</ol>
<h2>WHO-Kodex-Verletzungen sind allgegenwärtig</h2>
<p>In Deutschland sind wir von der vollständigen Umsetzung des WHO-Kodexes weit entfernt. Alleine für Säuglingsanfangsnahrung gibt es ein Werbeverbot. Folgenahrungen und Kindermilch werden jedoch intensiv beworben. Werbung für Milchnahrung für größere Säuglinge und junge Kinder ist aus mehreren Gründen problematisch. Erstens ersetzen diese Milchnahrungen Muttermilch. Schließlich sollen laut WHO auch ältere Säuglinge und kleine Kinder weiterhin gestillt werden, mindestens, bis sie zwei Jahre alt sind. Jegliche Milchnahrung speziell für Säuglinge und kleine Kinder ist ein Muttermilchersatz. Zweitens überträgt sich der Werbeeffekt für Folgemilch auch auf die Anfangsnahrung.</p>
<p>Flaschenernährung von Säuglingen und Werbung für Flaschen und Sauger sind in allen Medien (Fernsehen, Internet, Zeitschriften usw.) allgegenwertig, obwohl sie ebenfalls gegen den WHO-Kodex verstößt. Denn auch die Propagierung von Flaschenernährung ist ein Hindernis für das Stillen.</p>
<p>Alle großen Hersteller von Säuglingsmilch bieten entgegen den Vorgaben des WHO-Kodexes direkte Elternberatung und Vorteilsprogramme z.B. in Form von Babyclubs an. Sie haben auch in den sozialen Medien eigene Seiten für Mütter und geben ihnen Ernährungstipps. Verdeckte Werbung z.B. über Mama-Blogger oder bezahlte Forenbeiträge kommt noch hinzu.</p>
<p>Pädiatrische (z.B. die Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) e.V.) wie ernährungswissenschaftliche Fachgesellschaften (z.B. das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) Dortmund) sowie Institutionen der öffentlichen Gesundheitsförderung (Netzwerk junge Familie e.V.), die in Deutschland Empfehlungen zur Säuglingsnahrung herausgeben, pflegen enge Verbindungen zur Säuglingsnahrungsindustrie. Säuglingsnahrungshersteller sind praktisch auf allen pädiatrischen Konferenzen als Sponsoren oder Aussteller anwesend und fördern Forschungs- und Publikationsprojekte. Sie sind wahrscheinlich die wichtigsten Veranstalter für Fortbildungen zur Säuglingsernährung für medizinisches Fachpersonal. Auch in der Nationalen Stillkommission sitzen Mitglieder, die mit der Säuglingsnahrungsindustrie zusammenarbeiten. Diese Verbindungen stellen massive Interessenkonflikte dar.</p>
<p><strong><em>Quellen:</em></strong></p>
<ul>
<li><em>Grummer-Strawn LM, Zehner E, Stahlhofer M et al. New world health organization guidance helps prot</em><em>ect breastfeeding as a human right. Matern Child Nutr 2017;13:e12491 </em></li>
<li><em>United Nations Office of the High Commissioner for Human Rights. Breastfeeding a matter of human right, say UN experts, urging action on formula milk. 2016 New York: United Nations.</em></li>
<li><em>WHO: Maternal, infant and young child nutrition: Guidance on ending the inappropriate promotion of foods for infants and young children. 2016 Geneva, Switzerland: World Health Organization. <a title="" href="http://apps.who.int/gb/ebwha/pdf_files/WHA69/A69_7Add1-en.pdf" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">http://apps.who.int/gb/ebwha/pdf_files/WHA69/A69_7Add1-en.pdf</a></em></li>
<li><em>Yeong JK: Breaking the rules 2014 (BTR) evidence of violations of the Internationals Code of Marketing of Breast-milk Substitutes and subsequent resolutions compiled from January 2011 to December 2013. 2016 Penjang, Malaysia: IBFAN-ICDC. <a title="" href="http://www.babymilkaction.org/wp-content/uploads/2014/05/BTR14inbrief.pdf" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">http://www.babymilkaction.org/wp-content/uploads/2014/05/BTR14inbrief.pdf</a></em></li>
<li><em>Ziemer D: Gut ist, was dem Baby gut tut. https://www.doerthe-ziemer.de/Referenzen</em></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="http://nt4.still-lexikon.de/erweiterte-anleitung-zum-who-kodex-erschienen/">Erweiterte Anleitung zum WHO-Kodex erschienen</a> erschien zuerst auf <a href="http://nt4.still-lexikon.de">Still-Lexikon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Stillen schützt Dosis-abhängig vor chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen</title>
		<link>http://nt4.still-lexikon.de/stillen-schuetzt-dosis-abhaengig-vor-chronisch-entzuendlichen-darmerkrankungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Still-Lexikon]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Oct 2017 16:53:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neues aus der Stillwelt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://nt4.still-lexikon.de/?p=7433</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die bis dato unheilbaren chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sind vor allem in Westeuropa und Nordamerika sehr verbreitet und betreffen immer mehr Menschen. Die Ursachen dieser Erkrankungen sind bislang noch nicht vollständig aufgeklärt. Es wird angenommen, dass neben genetischer Prädisposition eine Fehlregulation der Immunreaktion im Darm der Patienten eine Rolle spielt. Insbesondere Faktoren, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_7434" aria-describedby="caption-attachment-7434" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7434" src="http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2017/10/83229157_s-Colitis-Ulcerosa-e1507826654392.jpg" alt="Frau mit Bauchschmerzen" width="300" height="200" /><figcaption id="caption-attachment-7434" class="wp-caption-text">Stillen schützt vor der Entwicklung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Je länger ein Mensch gestillt wurde, umso geringer ist sein Erkrankungsrisiko. (© Tharakorn Arunothai)</figcaption></figure>
<p>Die bis dato unheilbaren chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sind vor allem in Westeuropa und Nordamerika sehr verbreitet und betreffen immer mehr Menschen. Die Ursachen dieser Erkrankungen sind bislang noch nicht vollständig aufgeklärt. Es wird angenommen, dass neben genetischer Prädisposition eine Fehlregulation der Immunreaktion im Darm der Patienten eine Rolle spielt. Insbesondere Faktoren, die im frühen Lebensalter das Darm-Mikrobiom stören, stehen unter dem Verdacht, zur Entstehung dieser Erkrankungen beizutragen.</p>
<p>Eine aktuelle Metaanalyse (Xu et al. 2017), welche die Ergebnisse von 35 Primärstudien zu diesem Thema berücksichtigt hat, kommt zum Schluss, dass zwischen Stillen und dem Auftreten chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen ein starker umgekehrter und Dosis-abhängiger Zusammenhang besteht: Je länger ein Mensch in seiner frühen Kindheit gestillt wurde, umso geringer ist sein späteres Risiko, an Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa zu erkranken.</p>
<p>Der schützende Effekt des Stillens zeigt sich bereits bei jeglichem Stillen im Vergleich zu gar keinem Stillen (relatives Risiko 0,71 bei Morbus Crohn und 0,78 bei Colitis Ulcerosa) und verstärkt sich mit längerer Stilldauer. Bei einer Stilldauer von mindestens 3 Monaten betrug das relative Risiko 0,62 bei Morbus Crohn und 0,63 bei Colitis Ulcerosa. Bei einer Stilldauer von mindestens 12 Monaten betrug dieses bereits 0,20 bei Morbus Crohn und 0,21 bei Colitis Ulcerosa. Das heißt, der größte Effekt zeigt sich, wenn ein Mensch mindestens 12 Monate lang gestillt wurde.</p>
<p>Stillen beugt durch verschiedene Wirkmechanismen entzündlichen Darmerkrankungen vor: So schützt es den Darm vor der Besiedlung durch das Bakterium <em>Clostridium difficile</em>. Dieses Bakterium begünstigt eine allergische Sensibilisierung, atopische Reaktionen und Immunerkrankungen. Zweitens schützen verschiedene Komponenten in der Muttermilch – Lysozym, Laktoferrin und Immunglobuline – das Kind vor Infektionen. Sowohl die Infektionen selbst als auch die Antibiotika, welche zur Behandlung dieser Infektionen eingesetzt werden, sind mit einem erhöhten Risiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen assoziiert. Drittens beeinflussen Bestandteile der Muttermilch, wie das epidermale Wachstumshormon, der Insulin-ähnliche Wachstumsfaktor, Leptin und Adiponectin, die Entwicklung der Schleimhautimmunität des Darms und reduzieren auf diese Weise das Risiko von Immunerkrankungen.</p>
<p>Diese Ergebnisse zeigen, dass die schützende Wirkung des Stillens weit über das Säuglingsalter hinausgeht.</p>
<p><strong><em>Quelle:</em></strong></p>
<ul>
<li><em>Xu L, Lochhead P, Ko Y, Claggett B, Leong RW, Ananthakrishnan AN: </em><em>Systematic review with meta-analysis: breastfeeding and the risk of Crohn&#8217;s disease and ulcerative colitis. </em><em>Aliment Pharmacol Ther 2017 Sep 11. doi: 10.1111/apt.14291.</em></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Länger stillende Mütter sind seltener von Endometriose betroffen</title>
		<link>http://nt4.still-lexikon.de/laenger-stillende-muetter-sind-seltener-von-endometriose-betroffen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Still-Lexikon]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Sep 2017 23:02:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hätten Sie es gewusst?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zahlreiche positive Auswirkungen des Stillens auf die Gesundheit von Mutter und Kind sind bereits bekannt. Nun kommt möglicherweise eine weitere hinzu. Anhand einer aktuellen Analyse haben Frauen, die länger stillen, ein signifikant geringeres Risiko einer Endometriose-Diagnose. Endometriose ist eine chronische, nicht heilbare Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle ansiedelt. Typische Körperstellen sind [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://nt4.still-lexikon.de/laenger-stillende-muetter-sind-seltener-von-endometriose-betroffen/">Länger stillende Mütter sind seltener von Endometriose betroffen</a> erschien zuerst auf <a href="http://nt4.still-lexikon.de">Still-Lexikon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_7330" aria-describedby="caption-attachment-7330" style="width: 275px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-7330" src="http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2017/09/52407242_s-Endometriose-Deutsch-1.jpg" alt="Zeichnung der Gebärmutter mit roten Flecken drauf (Endometrioseherde)" width="275" height="188" srcset="http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2017/09/52407242_s-Endometriose-Deutsch-1.jpg 408w, http://nt4.still-lexikon.de/wp-content/uploads/2017/09/52407242_s-Endometriose-Deutsch-1-150x103.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 275px) 100vw, 275px" /><figcaption id="caption-attachment-7330" class="wp-caption-text">Bei einer Endometriose siedelt sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle an. (© Iryna Timonina)</figcaption></figure>
<p>Zahlreiche positive Auswirkungen des Stillens auf die <a title="" href="http://nt4.still-lexikon.de/stillen-senkt-krankheitshaeufigkeit-und-sterblichkeit-auch-bei-muettern/" target="" rel="noopener">Gesundheit von Mutter und Kind</a> sind bereits bekannt. Nun kommt möglicherweise eine weitere hinzu. Anhand einer aktuellen Analyse haben Frauen, die länger stillen, ein signifikant geringeres Risiko einer Endometriose-Diagnose.</p>
<p><a title="" href="https://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_endometriose-was-ist-endometriose-_315.html" target="_blank" rel="noopener">Endometriose</a> ist eine chronische, nicht heilbare Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle ansiedelt. Typische Körperstellen sind der untere Bauch- und Beckenraum. Diese gutartigen Wucherungen verursachen während der Periode Bauch- und Rückenschmerzen. Endometriose gilt als eine der wichtigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit der Frau. Verschiedenen Schätzungen zufolge ist etwa jede 10. bis 20. Frau von einer Endometriose betroffen.</p>
<p>Die Wissenschaftler der aktuellen Studie werteten Daten der sog. Nurses&#8217; Health Study II (NHSII) aus, einer prospektiven Kohortenstudie aus den USA, bei der Tausende Frauen über 20 Jahre lang begleitet wurden. In dieser Zeit erhielten 3296 Frauen aus der Kohorte eine Endometriose-Diagnose nach ihrer ersten Schwangerschaft. Die Wissenschaftler haben die Dauer des jeglichen Stillens, des ausschließlichen Stillens und der <a title="" href="http://nt4.still-lexikon.de/verhuetung-und-sexualitaet/" target="" rel="noopener">Laktationsamenorrhoe</a> erhoben, also der Zeit ohne Monatsblutung nach einer Geburt. Das Endometriose-Risiko nahm mit jedem Dreimonats-Still-Intervall um 8% ab. Mehrgebärende Mütter, die während ihrer reproduktiven Lebensphase mindestens 36 Monate stillten, hatten im Vergleich zu Müttern, die niemals stillten, ein um 40% reduziertes Endometriose-Risiko. Ein möglichst langes ausschließliches Stillen war dabei besonders günstig.</p>
<p>Die Senkung des Endometriose-Risikos wurde von der Dauer der Laktationsamenorrhoe mit bestimmt. Das heißt, die Laktationsamenorrhoe, welche je nach Intensität des Stillens von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren dauern kann, schützt neben weiteren Wirkmechanismen des Stillens vor der Entstehung einer Endometriose.</p>
<p>Die Frage, ob Stillen Beschwerden einer bereits bestehenden Endometriose lindern kann, ist bislang nicht beantwortet und wird Gegenstand zukünftiger Forschung.</p>
<p><strong>Quelle:</strong></p>
<ul>
<li>Farland LV, Eliassen AH, Tamimi RM<u>,</u> Spiegelman D, Michels KB, Missmer SA: History of breast feeding and risk of incident endometriosis: prospective cohort study. BMJ 2017; 358 doi: <a title="" href="https://doi.org/10.1136/bmj.j3778" target="_blank" rel="nofollow noopener">https://doi.org/10.1136/bmj.j3778</a></li>
</ul>
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